Ausstellungseröffnung der AG „Gegen das Vergessen“ 

    Als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ fühlt sich unsere Schule seitjeher in besonderer Weise der Erinnerungskultur und dem Einsatz gegen Rechtsextremismus verpflichtet. In diesem Bewusstsein arbeitet die AG „Gegen das Vergessen“ nun im dritten Jahr kontinuierlich daran, lokale Geschichte zu recherchieren und gesellschaftliche Aufmerksamkeit zu wecken. Auf Basis dieser Arbeit entstand die aktuelle Ausstellung, die der Gleichgültigkeit gegenüber Rechtsextremismus und Geschichtsvergessenheit entschlossen entgegentreten möchte.

    Thema und Ziel der Ausstellung

    Die Ausstellung trägt den Titel „Täter, Opfer und Menschen dazwischen – Personen in Eutin zur Zeit des Nationalsozialismus“ und bietet einen vielschichtigen Einblick in das Leben verschiedener Menschen in Eutin zwischen 1932 und 1945. Dabei werden nicht nur Täter und Opfer thematisiert, sondern auch die vielfach ambivalenten Haltungen dazwischen: Mitläufer, Nicht-Widerständler und leise Gegner. Ziel ist es, aus Originalquellen des Eutiner Stadtarchivs konkret nachzuvollziehen, wie Einzelne und die Gesellschaft damals handelten — und zugleich zur Reflexion über die Verantwortung von Gesellschaft und Einzelnen in der heutigen Gegenwart anzuregen.

    Die Arbeit der AG

    Zwölf engagierte Schülerinnen und Schüler aus unterschiedlichen Bildungsgängen haben in freiwilliger Arbeit nach Unterrichtsende die Recherchen durchgeführt und die Ausstellung entwickelt. Zur Vorbereitung besuchten sie eine Stadtführung zum Thema „Eutin im Nationalsozialismus1932–1945“ sowie Workshops in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Eutin und der Gedenkstätte Ahrensbök. Die Ergebnisse der vertieften Recherchewurden in manchmal mühsamer Arbeit aus Originaldokumenten gewonnen und aufbereitet. Die Ausstellung besteht aus 13 Plakaten mit Kurzfassungen der Forschungsergebnisse; ausführlichere Texte sind digital auf einer Pinnwandhinterlegt und über einen QR-Code abrufbar.

     


    Dank an die Unterstützerinnen und Unterstützer

    Ein besonderer Dank gilt:

     dem Archivar der Stadt Eutin, Jakob Sperrle, und dem Team derGedenkstätte Ahrensbök für Kooperation, fachliche Unterstützung und Anregungen,

     der Kreisbibliothek Eutin, die die Räumlichkeiten für die Ausstellungseröffnung zur Verfügung stellte,

     der Stiftung Bildung, der Sanddorf-Stiftung sowie der Kay und Dörte Cornils-Stiftung für die dringend nötigen Fördermittel.

    Ohne diese Unterstützung wäre das Projekt in dieser Form nicht möglichgewesen.

    Programmpunkte und Gäste der Eröffnung

    Die Eröffnungsveranstaltung am 24.03.2026 war gut besucht: mehr als 50 Gäste –darunter geladene Persönlichkeiten, Familienangehörige und interessierte Bürgerinnen und Bürger – nahmen teil. Zu den Gästen gehörten unter anderem:

     Kreispräsidentin Petra Kirner,

     Bürgermeister Sven Radestock,

     Schulaufsicht Frau Annette Varlemann,

     Schulleiter Christoph Salewski,

     Archivar Jakob Sperrle,

     Vertreterinnen der Stiftung Bildung (Meryem Haberl, Natalia Reiter),

     Ehrenamtliche der Gedenkstätte Ahrensbök,

     der kommissarische Geschäftsführer des evangelischen Zentrums Helge Martens als Vertreter der Pröpstin,

     Mitglieder der Gruppe „Omas gegen Rechts“.

    Zu Beginn hielten Marleen Miltzow und Janne Dircks die Eröffnungsrede. Es folgten Grußworte von Kreispräsidentin Petra Kirner, Bürgermeister Sven Radestock und abschließend Helge Martens. In ihren Beiträgen betonten alle Rednerinnen und Redner die Bedeutung, die Erinnerung lebendig zu halten - nicht um Schuld für die Gegenwart zu fordern, sondern um die Verantwortung für das Weitertragen der Erinnerung zu übernehmen. Sie unterstrichen, dass das Eintreten für Demokratie und das entschiedene Aufstehen gegen Rechtsextremismus gerade heute wichtiger denn je sind.

    Ausblick: Exkursion nach Krakau / Auschwitz-Besuch

    Als Konsequenz und Ergänzung zur Ausstellung plant die AG im April eine fünftägige Exkursion nach Krakau (Polen). Der Besuch der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau wird voraussichtlich tiefgehende Eindrücke hinterlassen und weitere intensive Auseinandersetzungen mit dem Thema anstoßen. Fazit: Nachhaltigkeit des Projekts Die 12 teilnehmenden Schülerinnen und Schüler haben durch ihre Arbeit in der AG nicht nur historisches Wissen gewonnen, sondern auch wichtige Kompetenzen in Recherche, Zusammenarbeit und gesellschaftlicher Verantwortung entwickelt. Die Ausstellung bleibt ein sichtbares Zeichen dafür, wie junge Menschen Verantwortung übernehmen - nicht nur für die Vergangenheit, sondern vor allem für das Weitertragen von Erinnerung als Grundlage einer demokratischen, solidarischen Gesellschaft. Die Ausstellung ist noch bis zum 10.04.2026 in der Kreisbibliothek zu sehen. Anschließend wird sie bis zum Ende des Schuljahres in der Beruflichen Schule des Kreises Ostholstein in Eutin in der Pausenhalle gezeigt.

    Julia Kraft

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